UVMM Quickstart-3.2

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UCS Virtual Machine Manager (UVMM) ist ein Dienst in Univention Corporate Server (UCS) zur Verwaltung einer Virtualisierungsinfrastruktur. Im Einzelnen werden mit UVMM die physikalischen Server für die Virtualisierung, virtuelle Instanzen, Festplatten- und CDROM- bzw. DVD-Images verwaltet. UVMM ist ein Bestandteil von UCS und unterstützt die Virtualisierungstechnologien Xen und KVM.

Dieser Quickstart Guide bietet eine Einführung in Verwendung von UVMM und beschreibt exemplarisch die Einrichtung eines einzelnen Virtualisierungsservers, auf dem ein weiteres UCS-System und ein Windows-System virtualisiert werden.

Eine ausführliche Beschreibung zu UVMM befindet sich im UCS-Handbuch. Vertiefende Dokumentation ist in dem Wiki-Artikel UVMM Technische Details zu finden.

Vorbereitung

Die folgende, einfache Vorbereitung ist für den Start mit UCS Virtual Machine Manager notwendig.

Download

Für diesen Quickstart Guide wird zur Installation von Univention Corporate Server (UCS) das DVD-ISO benötigt, das kostenlos auf der Webseite zum Download bereit steht. Die Installation von UCS wird im UCS Quickstart Guide beschrieben. Dieses Tutorial hier beschreibt die vom UCS Quickstart Guide abweichend vorzunehmenden Einstellungen. Um UVMM zu verwenden, muss UCS auf physikalischer Hardware installiert werden.

Das UCS-Handbuch beschreibt die umfangreichen Möglichkeiten von UCS.

Auswahl einer Virtualisierungstechhnik

UCS unterstützt zwei verschiedene Virtualisierungstechniken:

KVM ist eine direkt in den Linux-Kernel integrierte Virtualisierungstechnik, die nur auf Rechnern funktioniert, deren CPU über Support für Virtualisierung verfügt (VT bei Intel-CPUs und AMD-V bei AMD-Prozessoren). Eine weiterführende Beschreibung findet sich in der Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Kernel-based_Virtual_Machine.

Xen ist eine Virtualisierungstechnik, die auf einem Hypervisor-Modell basiert und auf allen Intel- und AMD-CPUs verwendbar ist. Eine weiterführende Beschreibung findet sich in der Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Xen

Der UCS Virtual Machine Manager greift über eine Abstraktionsbibliothek (libvirt) auf die unterliegende Virtualisierungstechnik zu. Die Verwaltung der Systeme in UVMM ist somit identisch, wenngleich es einige funktionale Unterschiede in der libvirt-Unterstützung gibt. Der wichtigste ist, dass die Verwendung von Sicherungspunkten/Snapshots z.Zt. nur mit KVM möglich ist.

Dieser Quickstart Guide bezieht sich auf die Verwendung von KVM. Um einen Virtualisierungsserver für die Virtualisierung mit Xen zu installieren, ist in den unten angegeben Installationsschritten statt KVM Virtualisierung Server Xen Virtualisierung Server auszuwählen. Auf einem Virtualisierungsserver sollten Xen- und KVM nicht parallel installiert werden.

Installation

Eine Virtualisierungsumgebung auf Basis von UCS besteht aus zwei Komponenten; den Virtualisierungsservern (auf Basis von Xen oder KVM) und dem UCS Virtual Machine Manager (UVMM).

UVMM sammelt als Dienst die notwendigen Informationen über die verschiedenen Virtualisierungsserver und ermöglicht eine einheitliche Administration.

Um mit UCS Systeme zu virtualisieren, muss mindestens ein Server mit einer Virtualisierungskomponente auf Basis von KVM oder Xen installiert werden. Auf dem gleichen oder einem anderen UCS-System in der Umgebung muss UVMM selbst installiert sein.

UCS steht als 32 und 64 Bit-Variante zur Verfügung. Für den Einsatz als Virtualisierungsserver wird die Verwendung eines 64 Bit Systems (amd64) empfohlen.

Jedes UCS-System ist einer Systemrolle zugeordnet. Die folgende Tabelle zeigt, welche Systemrolle für welche Komponente der Virtualisierung verwendet werden kann.

Systemrolle
DC Master DC Backup DC Slave Memberserver
UVMM X X X
Virtualisierungsserver X X X X

Dieser Quickstart Guide setzt eine neue UCS-Umgebung auf und beginnt mit der Installation eines DC Master, der gleichzeitig als physikalischer Server für die Virtualisierung verwendet wird und den UVMM-Dienst bereitstellt. Alle drei Bausteine können auch auf separaten Systemen installiert werden.

Wählen Sie für die Installation folgende abweichende Einstellungen vom UCS Quickstart Guide, um Virtualisierung mit UVMM zu benutzen:

  • Systemrolle: Domaincontroller Master
  • Software-Auswahl: Management-Server für KVM oder Xen und KVM Virtualisierungsserver auswählen. Nicht benötigte Software kann hier aus der Auswahl entfernt werden.

Nach der Bestätigung im Installer wird UCS installiert. Nach der Installation startet das System automatisch neu.

Nach der Installation und Update ist die UMC unter https://[IP-Adresse]/univention-management-console/ im Webbrowser aufrufbar. Die Anmeldedaten sind der Benutzername Administrator und das Root-Passwort, das während der Installation angegeben wurde.

UMC-Modul für Virtuelle Maschinen

Der Dienst UVMM wird in der webbasierten Univention Management Console (UMC) mit dem Modul Virtuelle Maschinen (UVMM) verwaltet. Für die Verwaltung der virtuellen Maschinen und Server ist dieses Modul aufzurufen.

Übersicht UVMM

Profile für Virtualisierung

Das UMC-Modul Virtuelle Maschinen (UVMM) stellt einen Assistenten zum Erzeugen virtueller Instanzen anhand vorgefertigter Profile bereit. Damit werden die meisten Einstellungen mit Vorgabewerten ausgefüllt. Die Werte können im Assistenten oder später in den erweiterten Einstellungen nachträglich verändert werden. Gegenwärtig stehen — abhängig von der verwendeten Rechnerarchitektur i386 oder amd64 — folgende vordefinierte Profile zur Verfügung:

  • Microsoft Windows XP
  • Microsoft Windows 7
  • Microsoft Windows 7 (64 Bit)
  • Microsoft Windows 8
  • Microsoft Windows 8 (64 Bit)
  • Microsoft Windows 2003
  • Microsoft Windows 2003 R2 (64 Bit)
  • Microsoft Windows 2008
  • Microsoft Windows 2008 R2 (64 Bit)
  • Microsoft Windows 2012 (64 Bit)
  • UCS 3.2
  • UCS 3.2 (64 Bit)
  • UCS 3.1
  • UCS 3.1 (64 Bit)
  • Other
  • Other (64 Bit)

Speicherbereiche

UVMM greift über Speicherbereiche (auch Storage Pool oder nur Pool genannt) auf Festplatten- und ISO-Images zu. Speicherbereiche können ein lokales Verzeichnis auf einem Virtualisierungs-Server, aber auch ein NFS-Share, iSCSI-Target oder ein LVM-Volume sein.

In diesem Quickstart Guide erfolgt die Ablage der Image-Daten lokal auf dem Rechner. In einer Umgebung mit mehreren Virtualisierungsservern ist es sinnvoll die Daten auf einem zentralen Share abzulegen. Weiterführende Hinweise finden sich in den technischen Details.

Erstellen einer virtuellen Maschine mit Univention Corporate Server

Zum Erstellen einer virtuellen Instanz ist auf Erstellen zu klicken. Ein Assistent führt den Benutzer durch die einzelnen Schritte. Für den Artikel wird beispielhaft ein UCS-System virtualisiert. Es werden die Rahmendaten für die virtuelle Instanz angegeben, eine UCS-DVD als DVD-Laufwerk eingebunden und eine Festplatte erzeugt.

  • Physikalischer Server: Das aktuell installierte System
  • Profile: UCS 3.2
  • Name: ucs32-1
  • Beschreibung: Testsystem UCS
  • Speicher, CPUs und Direktzugriff (VNC) werden in den Standardeinstellungen belassen.

Nun wird im Laufwerks-Dialog ein DVD-Laufwerk eingebunden. Hierzu ist auf Hinzufügen zu klicken.

  • Laufwerkstyp: Verwenden eines lokalen Gerätes
  • Gerätedateiname: /dev/cdrom

Nun wird im Laufwerks-Dialog eine Festplatte erzeugt. Hierzu ist wieder auf Hinzufügen zu klicken.

  • Laufwerkstyp: Erstellen einer neuen Image-Datei
  • Speicherbereich, Dateiname und Größe auf den vorgeschlagenen Einstellungen belassen. Diese Größen können natürlich den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Als Image-Format sollte die Voreinstellung (Erweitertes Format (qcow2) bei KVM, Einfaches Format (raw) bei Xen) beibehalten werden.

Zum Erstellen der virtuellen Instanz am Ende der Seite auf Fertigstellen klicken.

Installation von UCS in die virtuelle Maschine

Nachdem die virtuelle Instanz angelegt ist, sollte die UCS 3.2-DVD in das Laufwerk des Virtualisierungsservers gelegt werden. Nun muss die virtuelle Maschine in UVMM durch Klick auf Startvm.png gestartet werden. Mit einem Klick auf Uvmm-vnc.png erscheint die Bildschirmausgabe der virtuellen Instanz im Web-Browser. Da der virtuellen Instanz das DVD-Laufwerk zugeordnet wurde, startet der Univention Installer. Die Installation des virtualisierten UCS unterscheidet sich nicht von einer Installation auf physikalischer Hardware.

Hinweis: Nach der Installation kann in der Übersicht zur virtuellen Instanz die Festplatte als Boot-Medium gesetzt oder das CDROM-Laufwerk entfernt werden, damit die virtuelle Instanz beim Start nicht wieder von dem eingebundenen DVD-Image startet.

Windows auf virtueller Maschine installieren

Zur Virtualisierung von Windows wird analog zur UCS-Installation eine virtuelle Maschine eingerichtet. Als Profil muss eines der angebotenen Windows-Profile verwendet werden.

Mit einem Klick auf Startvm.png fährt die virtuelle Instanz hoch und startet den Windows Installer von dem DVD-Image. Über Uvmm-vnc.png kann per VNC die Installation durchgeführt werden.

Windows-Installer bei der Installation auf eine virtuelle Maschine

Nach erfolgter Installation des Windows-Systems wird für den Zugriff auf die virtuelle Maschine die Verwendung des Remote Desktop Protocols (RDP) empfohlen.

Der Zugriff über RDP — und insbesondere die Anzeige des Mauszeigers — erfolgt deutlich flüssiger im Vergleich zu VNC.

RDP-Zugriff kann in Microsoft Windows Server 2003/2008, Windows XP Professional und Windows Vista Business/Enterprise/Ultimate und Windows 7 unter Systemsteuerung → Systemeigenschaften → Remote durch Aktivierung der Optionen Remoteunterstützung und Remotedesktop aktiviert werden.

RDP-Clients werden unter Microsoft Windows ab Windows XP standardmässig mitgeliefert. Für den Zugriff von Linux-basierten Systemen aus werden in Univention Corporate Server die Programme rdesktop und krdc mitgeliefert.

Einrichtung von Unterstützungstreibern in das virtualisierte Windows-System

Die Performance von virtualisierten Windows-Systemen kann durch die Installation von Unterstützungtreibern deutlich verbessert werden.

Für Xen-Systeme können die GPLPV-Treiber verwendet werden.

Für KVM-Systeme können die virtio-Treiber verwendet werden.

Weitere Informationen

Hilfe zu UVMM und UCS gibt es im Univention Forum.

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